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Augeninnendruckmessung

Wie wird der Augeninnendruck gemessen?
Für die Ermittlung des Augeninnendruckes stehen moderne Messgeräte, die sog. Non-Contact-Tonometer, zur Verfügung.


Non-Contact-Tonometer

Non-Contact bedeutet berührungslos, denn diese Geräte arbeiten mit einem kurzen
Luftimpuls. Mit diesem Luftimpuls wird die Hornhaut für einen kurzen Moment abgeflacht.
Eine extrem genaue Uhr misst die Zeit, die hierzu benötigt wird.

Ein Computer im Non-Contact-Tonometer berechnet aus dieser Zeit mit großer Zuver-
lässigkeit den Augeninnendruck. Im Gegensatz zu früheren Meßmethoden, muss
das Auge bei der Non-Contact-Tonometrie nicht mehr lokal betäubt werden.

Als Kunde spüren Sie bei diesem Verfahren fast nichts.


Was besagt das Messergebnis?
Ein Messergebnis von mehr als 21 mmHg bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Grüner Star vorliegen muss. Diese Situation ist vergleichbar mit der eines erhöhten Blutdruckes. Ein erhöhter Blutdruck heißt nicht unbedingt, dass Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems vorliegen. Das Risiko, eine solche Erkrankung zu erleiden, ist aber deutlich erhöht. So wie der Blutdruck schwanken kann, ist auch der Augeninnendruck Schwankungen unterworfen. Eine Messung in regelmäßigen Abständen (mindestens 1x im Jahr) ist sinnvoll.
Warum Messung des Augeninnendruckes auch beim Augenoptiker?
Augenoptiker sind Fachleute für gutes Sehen. Sie führen nicht nur die Augenglasbestimmung zur Ermittlung der Brillengläser durch, sondern bieten auch verschiedene Testmethoden (Screeningteste) rund um das Sehen an. Hierzu zählt auch die Messung des Augeninnendruckes, wodurch Auffälligkeiten am Auge festgestellt werden können. Dies geschieht beim Augenoptiker schnell, kompetent und ohne große Wartezeiten. Der Augenoptiker ist aber nicht für eine umfassende gesundheitliche Untersuchung der Augen zuständig. Dies ist allein Aufgabe der Augenärzte.


Was ist ein Grüner Star?
Der Grüne Star oder das Glaukom zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen der industrialisierten Länder. In Deutschland sind rund 50.000 Menschen am Grünen Star erblindet. Der Grüne Star gilt als eine Erkrankung des Alters, aber dennoch können auch junge Menschen am Grünen Star erkranken. In sehr vielen Fällen nimmt der Grüne Star zunächst einen schleichenden Verlauf, da er weder Schmerzen verursacht noch sich anfänglich in Einbußen des Sehens äußert. Der Grüne Star führt zu Schädigungen des Sehnervs und vor allem der Nervenzellen in der Netzhaut. Diese Schädigungen sind, wenn sie einmal aufgetreten sind, unumkehrbar.


Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung des Grünen Stars?
Viele Risikofaktoren werden mit der Entstehung des Grünen Star in Verbindung gebracht.
Die wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • erhöhter Augeninnendruck
  • Alter
  • Grüner Star bei nahen Verwandten
  • Kurzsichtigkeit
  • Zuckerkrankheit / Diabetes


Von allen Risikofaktoren hat sich der erhöhte Augeninnendruck als der wichtigste Risikofaktor herausgestellt. Ein erhöhter Augeninnendruck steigert das Risiko am Grünen Star zu erkranken, um das 10 bis 15fache. In einer Umfrage unter deutschen Augenärzten aus dem Jahre 1999 gaben 87,8 Prozent der befragten Augenärzte an, dass ein erhöhter Augeninnendruck große bis sehr große Bedeutung für den Verlauf des Grünen Stars habe.


Was ist der Augeninnendruck?
Das Auge ist in seinem Innern von einer gallertartigen Masse, dem Glaskörper, und einer Flüssigkeit, dem Kammerwasser, ausgefüllt. In dem Auge herrscht ein Druck, der Augeninnendruck, der durch das Kammerwasser erzeugt wird. Dieser Augeninnendruck verleiht dem Auge seine kugelförmige Gestalt. Das Kammerwasser wird ständig neu gebildet und muss in dem Maße, in dem es gebildet wird, auch wieder aus dem Auge abfließen. Ist der Abfluss des Kammerwassers behindert oder erschwert, steigt der Augeninnendruck an.

Der Augeninnendruck wird üblicherweise in "Millimeter-Quecksilbersäule" (mmHg) angegeben. Zahlreiche Studien in verschiedenen Ländern ermittelten einen durchschnittlichen Augeninnendruck von 15 mmHg. Als ein kritischer Augeninnendruck wird aus statistischen und weniger aus medizinischen Gründen ein Wert von 21 mmHg angesetzt. Mehr als 5 Prozent der Bevölkerung weisen einen Augeninnendruck von mehr als 21 mmHg auf, wobei jedoch nur ein geringer Prozentsatz der hiervon betroffenen Personen auch tatsächlich an einem Grünen Star leiden. Erfahrungen haben gezeigt, dass bei nur rund 5 bis 10 Prozent aller Personen, die einen Augeninnendruck von mehr als 21 mmHg aufweisen auch tatsächlich ein Grüner Star vorliegt. Die alleinige Messung des Augeninnendruckes vermag letztlich nicht zu entscheiden, ob tatsächlich ein Grüner Star vorliegt oder nicht. Um dies abzuklären, sollte auf jeden Fall ein Augenarzt aufgesucht werden, der mit weitergehenden Messungen und Untersuchungen eine endgültige Klärung treffen kann, ob bei dem erhöhten Augeninnendruck ein Grüner Star vorliegt oder nicht. Ein Augeninnendruck von 21 mmHg und weniger bietet keine Garantie, nicht an einem Grünen Star zu erkranken. Es besteht auch die Möglichkeit, an einer speziellen Form des Grünen Stars – dem Normaldruckglaukom – zu leiden. In diesem Fall kommt es trotz normalen Augeninnendruckes zu Schäden des Sehnervs und der Netzhaut, wie sie auch beim Grünen Star mit erhöhtem Augeninnendruck auftreten. Diese Fälle sind zwar sehr selten, sollten aber trotzdem nicht außer acht gelassen werden. Sicherheit über das Vorliegen oder Nichtvorliegen eines Normaldruckglaukoms kann nur die Konsultation eines Augenarztes bringen.